Wir dokumentieren die Entwicklung der Grunderwerbsteuer in Deutschland. Jedes Jahr aktualisieren und ergänzen wir die Zahlen.

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Grunderwerbsteuer 2021 der Bundesländer

Bundesland20142015201620172018201920202021
Baden-Württemberg5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Bayern3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%
Berlin6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%
Brandenburg5,00%6,50%
(ab 1.7.15)
6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%
Bremen5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Hamburg4,50%4,50%4,50%4,50%4,50%4,50%4,50%4,50%
Hessen6,00%
(ab 1.8.14)
6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%
Mecklenburg-Vorp.5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%6,00%6,00%
Niedersachsen5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Nordrhein-Westfalen5,00%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%
Rheinland-Pfalz5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Saarland5,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%
Sachsen3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%
Sachsen-Anhalt5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Schleswig-Holstein6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%
Thüringen5,00%5,00%5,00%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%
Durchschnitt5,03%5,28%5,28%5,37%5,37%5,37%5,44%5,44%

Hintergründe zur Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbssteuer gehört zu den wenigen Steuern die nicht Bundeseinheitlich geregelt sind aber trotzdem ein relevantes Steueraufkommen erzeugen. Dementsprechend unterschiedlich bildet sich die Steuerlandschaft ab. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung gibt an, dass die Steuer

  • zwar nur 3,7 % der Gesamtsteuereinnahmen der Länder ausmachen,
  • aber der Anteil an den reinen Landessteuern über 50 % liegt.

Damit sind Immobilienkäufer eine lukrative Einnahmequelle für die Länder und die Grunderwerbssteuer die größte unabhängige Einnahmequelle. Berlin gehört beispielsweise zu den größten Gewinnern des Anstiegs. Allerdings ist hier zu beachten, dass auch das Transaktionsvolumen in Berlin im Vergleich relativ hoch ist – d.h. in Berlin wird viel investiert und somit auch viel Steuer gezahlt.

Grunderwerbssteuer wirkt sich wesentlich auf die Wirtschaftlichkeit von Immobilien aus

Durch die immer stärker steigenden Sätze wirkt sich die Grunderwerbssteuer nun so langsam aber sicher auf die Rentabilität von Immobilien aus. Insbesondere private Kapitalanleger, die mit dem Gedanken spielen eine vermietete Immobilie (z.B. Wohnung) zur Altersvorsorge zu kaufen, sollten abwägen inwieweit eine günstigere Steuer (z.B. in Sachsen) die zu erzielende Mietrendite erhöht.

Seit die Bundesländer selbst festlegen können wie hoch der Grunderwerbssteuersatz im jeweiligen Land ist, haben sich die Einnahmen daraus um über 90 % erhöht.

  • Während 2005, vor der Reform, der Staat noch 4,8 Mrd. € kassierte,
  • wurden 2015 8,39 Mrd. €
  • und 2017 ein neuer Rekordwert von 13,14 Mrd. € erreicht.

Viele Experten sprechen von der systematischen Erschwerung der privaten Eigentumsbildung. Da die Grunderwerbssteuer zu den Nebenkosten eines Immobilienkaufs gehört, wird diese selten von Banken mitfinanziert. Somit belastet die Steuer das Eigenkapitalkonto eines Immobilienkäufers.

Insgesamt scheint in Deutschland zur Zeit ein Ungleichgewicht zwischen den Rechten der Immobilieneigentümer und denen der Mieter zu bestehen. Während die Rechte der Eigentümer nach und nach beschnitten werden und jetzt sogar über eine maximale Miete bei Neuvermietungen diskutiert wird, entstehen auf der anderen Seite zunehmend Belastungen.

Insgesamt befinden sich die Immobilienpreise im europäischen Vergleich aber noch auf einem sehr moderaten Niveau.

Die wichtigsten Änderungen der vergangenen Jahre

Nachdem die Grunderwerbsteuer 2006 von Bundesebene auf Länderebene gehievt wurde, erwarteten Experten durch Wettbewerb sinkende Steuersätze. Doch das Gegenteil trat ein.

  • Die Grunderwerbsteuer wird 2014 auf ein Rekordniveau mit einem Spitzensteuersatz von 6,5 % steigen. Vorreiter werden Berlin, Bremen und Schleswig-Holstein, die den Steuersatz ab dem 01.01.2014 auf bis zu 6,5 % heben.
  • Die Grunderwerbssteuer (GrESt) erreicht 2015 erneut einen neuen Höchststand. In Spitze zahlen Immobilienkäufer 6,5 % des Immobilienkaufpreises. Damit liegt die Bundesrepublik Deutschland im Europavergleich am oberen Ende der Range.
  • 2017 stieg einzig im Land Thüringen die Grunderwerbsteuer von 5% auf satte 6,5%! Damit stieg auch die Grunderwerbsteuer im Bundesdurchschnitt auf 5,37%.
  • Zum 1.1.2020 hat der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern die Grunderwerbsteuer von zuvor fünf auf nun sechs Prozent angehoben!

Wer plant eine Immobilie zu erwerben, sollte prüfen, ob dies im kommenden Jahr möglich ist, um der ggf. steigenden Steuer ab entgegenzuwirken.

Denn schon bei einem Immobilienkaufpreis (Bemessungsgrundlage) von 200.000 € macht 0,5 % Erhöhung, wie etwa bei Immobilien in Berlin, 1.000 € zusätzliche Kosten aus, die besser in eine höherwertige Ausstattung einzelner Eigentumswohnungen investiert sein könnten.

Häufige Fragen zur Grunderwerbsteuer

Wann ist die Grunderwerbsteuer zu zahlen?

Nachdem der Kauf einer Immobilie beurkundet wurde, erhält man ca. sechs bis acht Wochen später die Rechnung über die fällige Grunderwerbsteuer (GrEst). Anschließend ist man verpflichtet, binnen eines Monats die Rechnung zu begleichen.

Wer muss die Grunderwerbsteuer bezahlen?

Zwar sind Käufer und Verkäufer gleichermaßen grunderwerbsteuerpflichtig, doch wird vom Notar im Kaufvertrag festgelegt, wer die Steuerlast tatsächlich trägt. Im Normalfall übernimmt der Käufer einer Immobilie die Grunderwerbsteuer.

Wann muss keine Grunderwerbsteuer (GrESt) gezahlt werden?

In diesen drei Fällen muss beim Kauf/Verkauf von Immobilien keine GrESt gezahlt werden:
1. Erbschaft
2. Schenkung
3. wenn der Verkauf zwischen Personen stattfindet, die in direkter Linie verwand sind (so zwischen Eltern und deren Kindern, aber auch Eheleuten. Nicht jedoch zwischen Geschwistern.)

Grunderwerbsteuer 2021

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Ein Kommentar zu „Grunderwerbsteuer 2021

  • 15.07.2021 um 08:15
    Permalink

    Das Wort ‘Grund’ in der genannten Steuer ist irreführend. Die Steuer wird auf Grund und Gebäude zusammen erhoben. Das ist die ‘Krux’ des Problems. Es ist richtig, ich erwerbe in der Regel den Grund, darauf sollte sich die zu bezahlende Steuerlast beziehen. Und nicht noch auf einen Aufwand, der aus gesparten Vermögen oder rückzuzahlenden Darlehen stammt. Hier wäre eine Änderung der Gesetzeslage angesagt.

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