Wir dokumentieren die Entwicklung der Grunderwerbsteuer in Deutschland. Jedes Jahr aktualisieren und ergänzen wir die Zahlen.

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Hintergründe zur Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbssteuer gehört zu den wenigen Steuern die nicht Bundeseinheitlich geregelt sind aber trotzdem ein relevantes Steueraufkommen erzeugen. Dementsprechend unterschiedlich bildet sich die Steuerlandschaft ab. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung gibt an, dass die Steuer

  • zwar nur 3,7 % der Gesamtsteuereinnahmen der Länder ausmachen,
  • aber der Anteil an den reinen Landessteuern über 50 % liegt.

Damit sind Immobilienkäufer eine lukrative Einnahmequelle für die Länder und die Grunderwerbssteuer die größte unabhängige Einnahmequelle. Berlin gehört beispielsweise zu den größten Gewinnern des Anstiegs. Allerdings ist hier zu beachten, dass auch das Transaktionsvolumen in Berlin im Vergleich relativ hoch ist – d.h. in Berlin wird viel investiert und somit auch viel Steuer gezahlt.

Grunderwerbssteuer wirkt sich wesentlich auf die Wirtschaftlichkeit von Immobilien aus

Durch die immer stärker steigenden Sätze wirkt sich die Grunderwerbssteuer nun so langsam aber sicher auf die Rentabilität von Immobilien aus. Insbesondere private Kapitalanleger, die mit dem Gedanken spielen eine vermietete Immobilie (z.B. Wohnung) zur Altersvorsorge zu kaufen, sollten abwägen inwieweit eine günstigere Steuer (z.B. in Sachsen) die zu erzielende Mietrendite erhöht.

Seit die Bundesländer selbst festlegen können wie hoch der Grunderwerbssteuersatz im jeweiligen Land ist, haben sich die Einnahmen daraus um über 90 % erhöht.

  • Während 2005, vor der Reform, der Staat noch 4,8 Mrd. € kassierte,
  • wurden 2015 8,39 Mrd. €
  • und 2017 ein neuer Rekordwert von 13,14 Mrd. € erreicht.

Viele Experten sprechen von der systematischen Erschwerung der privaten Eigentumsbildung. Da die Grunderwerbssteuer zu den Nebenkosten eines Immobilienkaufs gehört, wird diese selten von Banken mitfinanziert. Somit belastet die Steuer das Eigenkapitalkonto eines Immobilienkäufers.

Insgesamt scheint in Deutschland zur Zeit ein Ungleichgewicht zwischen den Rechten der Immobilieneigentümer und denen der Mieter zu bestehen. Während die Rechte der Eigentümer nach und nach beschnitten werden und jetzt sogar über eine maximale Miete bei Neuvermietungen diskutiert wird, entstehen auf der anderen Seite zunehmend Belastungen.

Insgesamt befinden sich die Immobilienpreise im europäischen Vergleich aber noch auf einem sehr moderaten Niveau.

Häufige Fragen zur Grunderwerbsteuer

Wann ist die Grunderwerbsteuer zu zahlen?

Nachdem der Kauf einer Immobilie beurkundet wurde, erhält man ca. sechs bis acht Wochen später die Rechnung über die fällige Grunderwerbsteuer (GrEst). Anschließend ist man verpflicht, binnen eines Monats die Rechnung zu begleichen.

Wer muss die Grunderwerbsteuer bezahlen?

Zwar sind Käufer und Verkäufer gleichermaßen grunderwerbsteuerpflichtig, doch wird vom Notar im Kaufvertrag festgelegt, wer die Steuerlast tatsächlich trägt. Im Normalfall übernimmt der Käufer einer Immobilie die Grunderwerbsteuer.

Wann muss keine Grunderwerbsteuer (GrESt) gezahlt werden?

In diesen drei Fällen muss beim Kauf/Verkauf von Immobilien keine GrESt gezahlt werden:

  1. Erbschaft
  2. Schenkung
  3. wenn der Verkauf zwischen Personen stattfindet, die in direkter Linie verwand sind (so zwischen Eltern und deren Kindern, aber auch Eheleuten. Nicht jedoch zwischen Geschwistern.)

Grunderwerbsteuer 2020

Bundesland20132014201520162017201820192020
Durchschnitt4,75%5,03%5,28%5,28%5,37%5,37%5,37%5,44%
Baden-Württemberg5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Bayern3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%
Berlin5,00%6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%
Brandenburg5,00%5,00%6,50%
(ab 1.7.15)
6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%
Bremen4,50%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Hamburg4,50%4,50%4,50%4,50%4,50%4,50%4,50%4,50%
Hessen5,00%6,00%
(ab 1.8.14)
6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%6,00%
Mecklenburg-Vorp.5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%6,00%
Niedersachsen4,50%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Nordrhein-Westfalen5,00%5,00%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%
Rheinland-Pfalz5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Saarland5,50%5,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%
Sachsen3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%3,50%
Sachsen-Anhalt5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%5,00%
Schleswig-Holstein5,00%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%6,50%
Thüringen5,00%5,00%5,00%5,00%6,50%6,50%6,50%6,50%

Zum 1.1.2020 hat der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern die Grunderwerbsteuer von zuvor fünf auf nun sechs Prozent angehoben!

Grunderwerbsteuer 2019

Auch 2019 war für Immobilieninvestoren ein erfreuliches Jahr, da die Steuerbelastung stabil geblieben ist.

Grunderwerbsteuer 2018

2018 ist das erste Jahr seit lagem in dem kein Bundesland die Grunderwerbsteuer erhöht Damit bleibt die Grunderwerbsteuer im bundesdurchschnitt konstant hoch auf 5,37%.

Grunderwerbsteuer 2017

Wie angekündigt stieg einzig im Land Thüringen die Grunderwerbsteuer von 5% auf satte 6,5%! Damit stieg auch die Grunderwerbsteuer im bundesdurchschnitt auf 5,37%.

Grunderwerbsteuer 2016

2016 sind keine nennenswerten Steuerveränderungen zu verzeichnen. Doch für 2017 ist bereits eine geplante Änderung bekannt geworden: der Grunderwerbsteuersatz erhöht sich im Bundesland Thüringen von aktuell 5,00% ab dem 1.1.2017 auf 6,50%!

grunderwerbsteuer-2016

Wer also plant in nächster Zeit in diesem Bundesland zu investieren bzw. zu verkaufen, sollte das Geschäft möglichst vor Ende des Jahres abgeschlossen haben. Aussicht: Bayern und Sachsen haben, seitdem sie ab 2006 das Recht haben die GrESt festzulegen, noch keinen Gebrauch von diesem Recht zu machen. Es ist davon auszugehen, dass mittelfristig auch diese beiden Länder dem bundeutschen Trend folgen und den Steuersatz erhöhen.

Grunderwerbsteuer 2015

Die Grunderwerbssteuer (GrESt) erreicht 2015 einen neuen Höchststand. In Spitze zahlen Immobilienkäufer 6,5 % des Immobilienkaufpreises.

grunderwerbsteuer-2015

Damit liegt die Bundesrepublik Deutschland im Europavergleich am oberen Ende der Range. Nach mehrstufigen Erhöhungen der Grunderwerbssteuer, vom einstigen Einheitssatz von 3,5 % beträgt die Steuer in den Bundesländern nun wie folgt (Vgl. auch obige Tabelle):

Grunderwerbsteuer 2014: erneuter Anstieg – Spitzensteuersatz bei 6,5 %

Die Grunderwerbsteuer wird 2014 auf ein Rekordniveau mit einem Spitzensteuersatz von 6,5 % steigen. Erwartet wurden sinkende Steuersätze.

grunderwerbsteuer-2014

Nachdem die Grunderwerbsteuer 2006 von Bundesebene auf Länderbene gehievt wurde, erwarteten Experten durch Wettbewerb sinkende Steuersätze. Doch das Gegenteil trat ein. Jetzt soll die Grunderwerbssteuer erneut auf ein Rekordniveau steigen. Vorreiter werden Berlin, Bremen und Schleswig-Holstein, die den Steuersatz ab dem 01.01.2014 auf bis zu 6,5 % heben.

Grunderwerbsteuer 2013

grunderwerbsteuer-2013

Wer plant eine Immobilie zu erwerben, sollte prüfen, ob dies noch 2013 möglich ist, um der steigenden Steuer ab 2014 entgegenzuwirken.

Denn schon bei einem Immobilienkaufpreis (Bemessungsgrundlage) von 200.000 € macht 0,5 % Erhöhung, wie etwa bei Immobilien in Berlin, 1.000 € zusätzliche Kosten aus, die besser in eine höherwertige Ausstattung einzelner Eigentumswohnungen investiert sein könnten.

Grunderwerbsteuer 2020

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