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Bestellerprinzip für Immobilienmakler: was Mieter & Vermieter beachten müssen

Die Große Koalition kündigte im Koalitionsvertrag an, einheitliche Rahmenbedingungen für Maklerleistungen schaffen zu wollen, damit Qualitätsstandards bei der Vermietung von Immobilien garantiert sind. Ein wichtiger Schritt dahin ist nach Meinung der Bundesregierung das Bestellerprinzip für Immobilienmakler. Was dieses Prinzip für Mieter und Vermieter bedeutet, erfahren sie hier.

Das BestellerprinzipDas Bestellerprinzip

Im Koalitionsvertrag heißt es unter der Überschrift "Bezahlbare Mieten":

„Vermieter und Mieter sollen weiter als Auftraggeber auftreten können. Dabei gilt das marktwirtschaftliche Prinzip: wer bestellt, der bezahlt.“

Im Klartext heißt das, dass nicht mehr die Mieter die Courtage bei erfolgreicher Wohnungsvermittlung bezahlen sollen, sondern der Auftraggeber, der meistens der Wohnungseigentümer ist. Die Idee dahinter ist, dass Mieter finanziell entlastet und die Qualität bei der Mietwohnungsberatung verbessert werden sollen.
In Zeiten von Rekordmieten und Wohnungsmangel freut das vor allem die Mieter und Mieterschutzbünde.

„Gut – das war eine Forderung des Deutschen Mieterbundes. Wenn Vermieter Makler einschalten, sollen sie den Makler auch zahlen müssen“,

so Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB).  
Vertreter der Immobilienwirtschaft zeigen sich allerdings weniger begeistert. Jens-Ulrich Kießling, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), äußerte sich somit auch überaus kritisch zu den Plänen.

„Der Markt steuert sehr gut, wer die Maklerprovision zahlt. Die Höhe ist bereits zugunsten des Verbraucherschutzes geregelt.“  

Wir hatten im Rahmen des Artikels zur Mietpreisbremse ebenfalls auf die teilweise Fehleinschätzungen sowie deren Auswirkungen auf die Investitionen im Immobilienbereich hingewiesen.

Wie ist es bisher geregelt?

Derzeit gilt eine gesetzliche Höchstgrenze für Maklergebühren bei Immobilienvermietungen von maximal zwei Kaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer. Diese theoretische Courtagehöhe wird in der Regel auch ausgenutzt. Und das oftmals zum Ärger der Mieter, denn gerade in Städten kommen diese kaum noch um einen Makler herum und dessen Provision muss in beinahe allen Fällen der Wohnungsinteressent zahlen.

Wenn man Umzugskosten, steigende Mieten und Kaution hinzurechnet, ist der Wohnungswechsel für viele eine enorme finanzielle Belastung. Das Bestellerprinzip käme Mietern also zunächst tatsächlich gelegen. Doch ob diese am Ende tatsächlich entlastet werden, bleibt fraglich.

Was würde sich ändern?

Tritt das Bestellerprinzip in Kraft, muss derjenige für die Maklerprovision aufkommen, der diesen engagiert. In der Regel dürfte das der Wohnungseigentümer sein. Experten prognostizieren, dass viele Immobilieninhaber die Maklerprovision allerdings auf die Miete umlegen werden und das wird den Mietern im Endeffekt mehr kosten. Denn wer lange genug in einer Wohnung bleibt, zahlt nach einer gewissen Zeit mehr als die Provision gekostet hätte.

Andererseits müssten Vermieter mit hoher Mieter-Fluktuation mit spürbaren Mehrkosten rechnen, sollten sie für jede Vermietung wieder einen Makler beauftragen. Ein möglicher Ausweg wäre, dass die Eigentümer selbst die Vermietung übernehmen. Für Eigentümer mit vielen Wohnungen bzw. Häusern ist das allerdings unpraktikabel.

Lohnt sich die Investition in Immobilien dann noch?

Allerdings gibt es Lichtblicke! Denn auch die Makler müssten sich der geänderten Situation anpassen, da sie unter stärkeren Konkurrenzdruck stehen würden. Das bedeutet, dass die Provisions-Höchstgrenze vermutlich nicht mehr allzu häufig ausgenutzt wird.

Kurzum: es ist denkbar, dass viele Maklergebühren fallen werden. Außerdem ist es auch heute schon keinesfalls so, dass Makler ausschließlich von Wohnungseigentümern mit der Neuvermietung beauftragt werden. Denn in vielen Fällen kümmern sich die Mieter selbst um die Suche eines Nachmieters und engagieren hierfür Immobilienunternehmen.

Und auch Vermieter erklären sich heute schon oftmals mit der Übernahme der Maklercourtage bereit, ohne dass sie gleich Existenzsorgen haben.

Eine zu hohe finanzielle Belastung für Mieter und Vermieter muss also niemand befürchten. Immobilien als Kapitalanlage bleiben eine überaus lukrative Investition.

Deutsche Immobilien Agentur

Über die Autoren

Bei der Deutschen Immobilien Agentur (DIA) haben sich Experten für Kapitalanlagen im Immobilienmarkt zusammengefunden. Die DIA hat ihren Sitz in Berlin.